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Rollenbilder und Klischees

Mit Rollenbildern und Klischees beschäftigte sich die 2FKB im ersten Semester. Nach der Vermittlung des „Handwerkszeugs“ zur Werbe- und Grafikanalyse (Stoff der ersten Schularbeit) wurden anhand von Bildimpulsen die Rollenbilder in der Werbung untersucht und hinterfragt. Darüber hinaus beschäftigten sich die SchülerInnen mit ihren eigenen Klischees: Wie sieht der ideale Mann aus, wie ideale Frau? Die Tafelbilder, die dabei entstanden sind, spiegeln sehr schön die gesellschaftlichen Erwartungshaltungen wider, welchen sich die Jugendlichen ausgesetzt fühlen.“In dieser Stunde habe ich mich komisch gefühlt“, erzählt ein Mädchen später, „Keine von uns ist in echt so, wie wir es auf die Tafel geschrieben haben“.

Die Klassenlektüre Drachenläufer von Khaled Hosseini führte uns noch einen Schritt weiter: Was sind für uns die idealen Eltern? Wie stellen sich Eltern die idealen Kinder vor? Wie muss ein Sohn sein? Wie muss sich eine Tochter verhalten? Und wer hat’s im Leben leichter, Söhne oder Töchter? 
Dass die SchülerInnen auch selbst Kinder haben möchten, steht für viele außer Frage. Und auch die Burschen der 2FKB möchten mit ihren Kids eines Tages auf den Spielplatz gehen: „Das ist gar nicht uncool. Mein Kind spielt dann in der Sandkiste und ich zock daweil am Handy.“

Einen spannenden Abschluss bildete dann der Besuch der Theaterperformance „The boys are back in town“, die Nachfolgeproduktion von „Boys don t cry“ von Corinne Eckenstein, in der vor allem Söhne- und Väterbilder hinterfragt werden.

Lehrreich war das Projekt durchaus, vor allem auch, was Empathiefähigkeit und soziale Kompetenzen der SchülerInnen betrifft. Das zeigen viele Wortmeldungen, die in der projektabschließenden Reflexionsphase festgehalten wurden:
 „Ich verstehe nicht, warum Menschen Kinder kriegen und sich dann scheiden lassen! Ich will das anders machen!“ und „Dass sich der Vater von meiner Mitschülerin seit Jahren nicht mehr bei ihr blicken lässt, habe ich nicht gewusst. Das finde ich schlimm. Jetzt sehe ich sie ein bisschen anders“  (asch)

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Lesen ist BLÖD!

Am 20. Jänner war das Wiener Klassenzimmertheater in der 1FKB zu Gast. Pünktlich zu Unterrichtsbeginn betrat  Kilian Klapper als Feuerwehrmann Freitag den Raum 407 und sammelte von den überrumpelten SchülerInnen sämtliche Bücher ein. Die Bücher würden dann im Anschluss an die Stunde verbrannt, sagte Freitag. Weil Lesen gefährlich ist, dick macht und die Menschen vereinsamen lässt. Und wo kämen wir denn da hin, wenn alle Menschen sich in ihre Gedanken zurückzögen?

Holger Schober (Text) und Dana Csapo (Regie) gehen auf ungewöhnliche Weise an das Thema heran. Und die Rechnung ging auf, zumindest in der 1FKB: provoziert von dem autoritären Auftreten von Freitag fanden die SchülerInnen allerhand Gründe, die eigentlich für das Lesen sprechen, – und konnten schließlich auch den Feuerwehrmann davon überzeugen, gegen das System aufzubegehren. (asch)    http://www.klassenzimmertheater.at

Helden von morgen?

Auf die Suche nach Helden von der Antike bis zur Gegenwart begab sich die 1FKC im Deutschunterricht: Wie hatte ein Held früher zu sein? Wer sind unsere Helden heute? Machen wir uns unsere Helden auf facebook und youtube einfach selber? Wie wurde eigentlich Siegfried im Nibelungenlied zum Helden? Passend zu unserer Spurensuche wurde im Dschungel Wien das Stück „Siggi – ein Held räumt auf“ gespielt. „Siggi“ ist die Abschlussarbeit von Frederike Dengler und Sara Ostertag, zwei Absolventinnen der Schauspielschule Zürich. Die beiden Regisseurinnen arbeiteten gemeinsam mit Wiener SchülerInnen, also LaiendarstellerInnen im selben Alter wie das junge Publikum. Rahmenhandlung bildet eine Gruppe von jungen Menschen, die sich auf der Bühne mit dem Epos der Nibelungen auseinandersetzt. Gemeinsam erzählen sie die Geschichte von Siggi, dem Helden. Der Mix aus Rap und Jugendsprache mit dem alten Heldenepos war für viele SchülerInnen zunächst gewöhnungsbedürftig, langweilig war es aber zu keinem Zeitpunkt: „Ich hab die Kopfhörer mitgehabt, aber ich hab sie nicht gebraucht“, kommentierte ein Schüler der 1FKC zum Schluss die Vorstellung. Besonders interessant erwies sich dann auch die Nachbereitung, in der sich die Regiseurinnen und die DarstellerInnen den Fragen unserer SchülerInnen stellten.
Nachwirkungen hatte der Theaterbesuch auf jeden Fall: noch in derselben Woche organisierten sich einige Burschen der 1FKC für einen neuerlichen Besuch einer Produktion des Dschungel  Wien – in ihrer Freizeit! (asch)

Klassenzimmertheater

Am Dienstag, dem 22. Februar, war das „Wiener Klassenzimmertheater“ zu Gast in der 2FKA. Das Klassenzimmertheater spielt, wie der Name schon sagt, im Klassenzimmer, die Stücke dauern exakt eine Unterrichtseinheit, die theaterpädagogische Nach- bereitung genausolang. Das Stück „Meine Mutter Medea“ (Regie Dana Csapo) handelt von den Kindern von Jason & Medea, Scheidungswaisen mit Migrationshintergrund. Als „die Neuen“ präsentierten sich Eriopis (Maria Lohn) und Polyxenos (Kilian Klapper) in der 2FKA, ziemlich laut, ziemlich anders, und ziemlich uncool.

Die beiden Schauspieler standen dann für die Nachbereitung zur Verfügung, und ziemlich rasch schwebten dann so einige Fragen im Raum: Was macht denn jetzt eigentlich eine/n echte/n ÖsterreicherIn aus? Um die Frage auch nur im Ansatz beantworten zu können, hätte zumindest noch eine weitere Unterrichtseinheit angehängt werden müssen. (asch) http://www.klassenzimmertheater.at/1.html Eine ausführliche Kritik zum Stück „Meine Mutter Medea“ findet man auf  http://bit.ly/fAeFaM

„Verschüttet – oder wo ist Ellen“

Die FS Kalvarienberggasse erarbeitete unter der Leitung von Regine Brandner ein wichtiges Stück Nachkriegsliteratur und brachte Ilse Aichingers „Die größere Hoffnung“ auf die Bühne. Bei der Premiere sorgte die Klasse 3FKA der GAFA für das leibliche Wohl der Gäste. Bei der Vorstellung am 18. Februar waren SchülerInnen der GAFA auch im Publikum zu finden. (1FKC)